Akupunktur– Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

Die Akupunktur ist ein Teilbereich der Traditionellen Chinesischen Medizin TCM.
Dieses Heilsystem blickt auf eine knapp 2000jährige Erfahrung zurück. Mittlerweile hat sich die Nadelakupunktur auch bei uns im Westen etabliert. Kaum jemand bestreitet heute noch die Wirkung dieser Methode. Das war nicht immer so. Noch vor ca. 15 Jahren galt die Akupunktur als reine Außenseitermethode und wurde fast ausschließlich von Heilpraktikern, eher im Verborgenen ausgeübt. Deutschsprachige Literatur gab es kaum, gerade mal eine Handvoll Bücher über Traditionelle Chinesische Medizin TCM- heute gibt es allein zum Thema Akupunktur über 1000 Buchtitel. Diese Entwicklung ist sehr erfreulich, denn die Nadelakupunktur leistet gerade im Hinblick auf die Schmerzbehandlung großartiges!

So wurde die Akupunktur auch bei uns in der Praxis zur einer festen Größe.
Bei insgesamt 6 Studienaufenthalten und Praktika in China, hiervon allein 2x an der Universität für Akupunktur und Orthopädie in Peking (Beijing), erlernten wir viele äußerst effiziente Behandlungstechniken aus dem reichhaltigen Erfahrungsschatz zahlreicher chinesischer Ärzte. Vieles hiervon hat sich auch in unserer Praxis bestens bewährt.

Mit Akupunktur beeinflußbare Krankheiten:
Rückenschmerzen, Schulter-Arm-Syndrom, Tennisellenbogen (Epicondylitis), Kreuzschmerzen, Lumbago und Lumbalgie, Hexenschuß, Ischialgie, Rheuma, Hüftschmerzen, Kniebeschwerden, Intercostalneuralgie, Kopfschmerzen, Migräne, Tinnitus, Trigeminusneuralgie

Diagnose und Therapie

Die klassischen Elemente in der TCM sind auch heute noch Pulsdiagnose und Zungendiagnose. Darüberhinaus aber auch die Anamnese, Inspektion und Palpation, das Verhalten von Yin und Yang, sowie das Verhältnis der Körpersäfte.
Unter Berücksichtigung aller einzelner Punkte entsteht daraus eine Syndromzuordnung. Auf dieser Syndromzuordnung aufbauend, resultiert dann das gesamte therapeutische Konzept.

Ein typisches "Syndrom" lautet: "aufsteigendes Leber-Yang bedroht das Herz".
So zielen dann auch alle Maßnahmen darauf dieses Leber-Yang zu harmonisieren.
Also beispielsweise Punktauswahl und Nadelstimulation, Tee,- bzw. Kräuterrezeptur, Diätetische Ansätze, sowie KörperÜbungen (Tai-Chi, Qi-Gong) verfolgen allesamt die Absicht das Syndrom (aufsteigendes Leber-Yang...) zu harmonisieren.
Dies geschieht meist über die Akupunkturbehandlung, welche eine Harmonie in den Meridianen nach sich zieht. In neuerer Zeit haben sich auch einige Sonderformen wie die Ohrakupunktur oder die Schädelakupunktur herausgebildet.
Alle Methoden in der Traditionellen Chinesische Medizin verfolgen die Absicht das gestörte "Qi" zu regulieren. So versteht man in der TCM auch jede Körperstörung oder Krankheit, als Energieflußstörung. Nur wenn das Qi ungehindert und harmonisch fliessen kann ist der Mensch gesund.

Die Kräuterheilkunde

Die Anwendung von Heilpflanzen hat in China eine jahrtausendealte Tradition.
Sie bildet auch heute noch den Hauptanteil innerhalb der TCM-Behandlung. So haben denn auch alle TCM-Krankenhäuser eine eigene Kräuterapotheke, in denen bis zu 2000 verschiedene Substanzen lagern.
Der chinesische Akupunkturarzt diagnostiziert unter Berücksichtigung o.a. Regeln und erstellt anhand der Syndromzuordnung ein Kräuterrezept. Dieses wird dann der Verordnung entsprechend zusammengestellt und abgekocht, als Dekokt eingenommen. Die damit erzielten Heilerfolge sind immer wieder beeindruckend und stellen westliche Pharmakologen oft vor Rätsel.

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Akupressur

Die Akupressur ist sicherlich die älteste Methode der Punktstimulation. Aufzeichnungen und archäologische Funde beweisen dies seit langem. So zeigen Fundstücke bereits aus der Zeit von ca 12oo v. Chr. das damals schon bestimmte Körperareale mittels Holz- und Steinstiften gereizt, bzw. manuell stimuliert wurden. Diese Methode diente einerseits dazu lokale (Schmerz)punkte zu behandeln, andererseits wurden auch schon Leitbahnen (Meridiane) so massiert. Diese Form der manuellen Punkt- oder Meridianstimulation findet auch heute noch Anwendung. So lassen sich gerade mittels manueller Punktstimulation im Sinne einer Akupressur durchaus auch Schmerzen positiv beeinflußen. Allerdings sollte die Punktauswahl auch hier unter Berücksichtigung der Syndromdiagnostik erfolgen. Eine fundierte Kenntniss der Energielehre ist auch hier unverzichtbar. Eine weitere Methode der manuellen Stimulation ist das sogenannte Gua-Sha. Unter Gua Sha versteht man das stimulieren mittels einer Büffelhorn-Platte, welcher die Eigenschaft zugeschrieben wird pathogene Faktoren wie beispielsweise Hitze aus dem Körper auszuleiten.

Moxibustion

Ein weiteres Behandlungsverfahren, das zusammen mit der Akupunktur oder auch getrennt für sich durchgeführt werden kann, ist die Moxibustion (Moxabehandlung). Hierbei wird getrocknetes Beifußkraut auf den Akupunkturpunkten abgebrannt. Diese besonders heilsame Wärme stärkt das Yang und den gesamten Körper. Zur Anwendung kommt Moxa immer bei sog. Leere- oder Mangel-Syndromen. Moxibustion vertreibt Nässe und Kälte aus den Meridianen und wärmt das Qi.

Akupunktur und Schröpfen (Schröpfkopfbehandlung)

Das Schröpfen ist eine sehr alte naturheilkundliche Methode. Hierbei wird mittels einer unten offenen Glaskugel ein Hautreiz ausgeführt, welcher therapeutische Heilwirkungen zeigt.
Nicht nur in der Traditionellen Medizin Chinas, sondern auch in der abendländischen Heilkunde war und ist die Schröpfkopfbehandlung bekannt. Bereits im antiken Griechenland war die Abbildung des Schröpfkopfes das Standesemblem der Mediziner.
Die Behandlung mit Schröpfen zählt zu den sog. ausleitenden Verfahren. Man geht von der Vorstellung aus, dass hier schädliches, schlechtes und krankheitserregendes aus dem Körper entfernt wird. Man unterscheidet mehrere Einsatzmethoden. Das trockene und das blutige Schröpfen, die Schröpkopfmassage und kombiniertes Schröpfen. Es wird entweder örtlich und lokal geschröpft, oder global, z.B. der ganze Rücken. Man kann auch sehr zielorientiert Schröpfen, beispielsweise im "toxischen Dreieck" (nach Abele).
In China wird die Akupunktur gerne mit Schröpfen kombiniert und kommt zum Einsatz um exogene pathologische Faktoren zu beseitigen (Wind, Hitze, Kälte, Nässe). Das Schröpfen ist in der Bevölkerung sehr beliebt und wird sogar zuhause von Familienmitgliedern angewendet, bzw. ausgeführt.

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Chinesische Ernährungslehre

Das Wissen um die Krankheits- oder Gesundheitsfördernde Wirkung der Ernährung ist in China schon sehr alt.
Auf der Grundlage der 5-Elementenlehre (Wu Xing) werden Syndrombezogen Nahrungsmittel und Speisen nach ihren spezifischen Wirkcharakteristika zubereitet und gegessen. Es gibt in jedem größeren Ort Gaststätten in denen Gesundheitsbezogen gekocht wird.
Die Essenz aus Atmung und Nahrung bildet eine besondere Form des "Qi". Diese wird in der TCM als essentiell betrachtet und entsprechend kultiviert. Diese Form des Qi verbindet sich im Körper mit anderen Qi-Substanzen und stärkt schützend den Körper (Wei-Qi). Dieses Wei-Qi bedeutet soviel wie Abwehrkraft und ist unserem Immunsystem synonym, bzw. durchaus vergleichbar. Auch in der chinesischen Ernährungslehre spielt die Ausgewogenheit von Yin und Yang eine große Rolle.
Lokales Einzugsgebiet:
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